Orders platzieren und absichern: wie man Ordertypen richtig einsetzt

Moderne Handelsplattformen wie MetaTrader4 bieten zahlreiche Ordertypen: Mit jedem Ordertyp erteilen Trader ihrem Broker einen ganz bestimmten Auftrag. Vor allem Einsteiger beschränken sich leider oft auf einfache Marktorders mit Stop Loss und lassen damit die zusätzlichen taktischen Möglichkeiten anderer Ordertypen brach liegen.

Nachfolgend eine Übersicht über die wichtigsten Ordertypen.

Vorab: Eine Kauforder (Longposition) wird zum Briefkurs (Askkurs) ausgeführt, eine Verkaufsorder zum Geldkurs (Bidkurs). Die Unterscheidung ist eigentlich ganz einfach: Relevant ist immer der Kurs, der für das jeweilige Vorhaben der schlechtere ist. Käufer zahlen den höheren der beiden angezeigten Preise, Verkäufer erhalten den geringeren. Die Differenz zwischen beiden Kursen entspricht dem Spread und kommt dem Broker zugute.

Marktausführung und Instant Execution

Market-Orders (auch als „Billigst“ bei Kauforders bzw. „Bestens“ bei Verkaufsorders bezeichnet) werden nach ihrer Aufgabe zum nächstbesten verfügbaren Preis angezeigt. Dieser kann vom angezeigten Preis abweichen. Bietet der Broker neben Market Execution („Marktausführung“) auch „Instant Execution“ an, können Trader festlegen, welche maximale Abweichung vom Marktkurs sie tolerieren. Ist die Order innerhalb dieser Spanne ausführbar, erfolgt die Einbuchung ohne weitere Rückfrage.

Pending Orders

Pending Orders sind Orders, die nur unter einer festgelegten Bedingung (dem Erreichen eines bestimmten Kursniveaus) wirksam werden. Die Ausführung erfolgt dann als Market-Order. Zu den Pending Orders gehören

  • Buy Stop
  • Buy Limit
  • Sell Stop
  • Sell Limit

Eine Buy Stop-Order ist eine Kauforder, die erst dann ausgelöst wird, wenn der Kurs einen festgelegten Wert oberhalb des aktuellen Kurses erreicht hat. Eine Buy Stop-Order bietet sich beispielsweise an, wenn der Markt auf dem Weg nach oben mit einem Widerstand kämpft. Die Order kann ein Stück über dem Widerstand platziert werden und wird automatisch nach seinem Durchbrechen ausgelöst.

Auch eine Buy Limit Order ist eine Kauforder. Sie wird aber im Unterschied zur Buy Stop Order ausgelöst, wenn der Kurs einen festgelegten Wert unterhalb des aktuellen Kurses erreicht hat. Eine Buy Stop Order mit einigen Stunden oder Tagen Gültigkeit kann zum Beispiel in einem Aufwärtstrend platziert werden. Die Platzierung erfolgt so, dass die Order im unteren Bereich des Trends ausgelöst wird.

Eine Sell Stop-Order ist eine Verkaufsorder und wird ausgelöst, wenn der Kurs einen festgelegten Wert unter dem aktuellen Niveau erreicht hat. Spiegelbildlich zur Buy Stop Order kann dieser Ordertyp beispielsweise kurz unterhalb einer relevanten Unterstützung platziert werden.

Eine Sell Limit-Order wird ausgelöst, wenn der Markt ein festgelegtes Niveau oberhalb des aktuellen Kurses erreicht. Dieser Ordertyp kann unter anderem zum Aufbau von Shortpositionen im oberen Bereich eines Abwärtstrendkanals eingesetzt werden.

Für alle Pending Orders legen Broker einen Mindestabstand zwischen dem auslösenden Kurs und dem aktuellen Marktkurs fest. Die Order wird nicht angenommen, wenn der Mindestabstand unterschritten wird. Im Chart werden offene Pending Orders durch eine waagerechte, farbige Linie auf der Höhe des auslösenden Kurses markiert.

Take Profit, Stop Loss und Trailing Stop

Bei Take Profit, Stop Loss und Trailing Stop handelt es sich eigentlich nicht um eigenständige Orders, sondern um Orderzusätze.

Mit einem Stop Loss legen Trader einen Kurswert fest, bei dessen Erreichen die offene Position sofort durch eine Marktorder geschlossen wird. Der Kurs liegt bei Longpositionen unter, bei Shortpositionen über dem Einstandskurs und dient damit der Begrenzung von Verlusten.

Ein Take Profit ist das genaue Gegenteil von einem Stop Loss. Es dient dazu, Gewinne mitzunehmen und löst bei Erreichen des festgelegten Kursniveaus ebenfalls eine Schließung der Position aus. Bei Longpositionen werden Take Profits deshalb über, bei Shortpositionen unter dem Einstandskurs positioniert.

Ein Trailing Stop ist ein Stop Loss, das bei günstig verlaufenden Kursen automatisch nachgezogen wird. Bei Longpositionen wird es im Fall steigender Kurse nach oben angepasst, bei Shortpositionen im Fall sinkender Kurse nach unten. Trailing Stops ermöglichen eine „dynamische Gewinnsicherung“: Obwohl profitable Positionen nicht geschlossen werden sichern Trader einen Großteil der bereits erzielten Gewinne automatisch ab.

Take Profit, Stop Loss und Trailing Stop werden im Chart durch eine farbige Linie gekennzeichnet.

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