Chartarten: Wie der Kursverlauf dargestellt werden kann

Die Basis der Technischen Marktanalyse ist der Kursverlauf. Die grafische Darstellung des Kursverlaufs wird als „Chart“ bezeichnet. Ein Chart ist ein Zeit-Kurs-Diagramm, auf dem waagerecht die Zeit und senkrecht der Kurs eingetragen wird. Jeder Punkt auf dem Diagramm stellt somit den Kurs des abgebildeten Marktes zu einem bestimmten Zeitpunkt dar.

Charts können den Kursverlauf von nur wenigen Sekunden oder Minuten ebenso darstellen wie die Kursentwicklung über mehrere Jahrzehnte. Im FX-Handel werden meistens mehrere Charts mit Zeiträumen von Minuten oder Stunden bis hin zu einigen Monaten verwendet.

Die Chartperiode

Eine sehr wichtige Eigenschaft von Charts ist die verwendete Periode. Es ist möglich, am Ende jeder vollen Minute einer Handelssitzung den Kurs zu messen und in das Diagramm einzutragen. Dann handelt es sich um einen Minutenchart. Die Bezeichnung bezieht sich auf das Messintervall und NICHT auf den Beobachtungszeitraum. Ein Minutenchart kann prinzipiell beliebig lange Kurshistorien darstellen; in der Praxis begrenzt der Platz auf dem Bildschirm die Darstellung.

Wird am Ende von je fünf Handelsminuten der Kurs gemessen und eingetragen handelt es sich um eine 5-Minuten-Chart, erfolgt die Messung am Ende jeder Stunde liegt ein Stundenchart vor, bei täglichen Messungen ein Tageschart usw. Trader müssen den Kurs natürlich nicht selbst messen und eintragen, sondern in der FX-Software lediglich das gewünschte Intervall auswählen.

Liniencharts, Balkencharts und Kerzencharts

Jede handelsübliche FX-Software ermöglicht mindestens ein halbes Dutzend verschiedener Chart-Darstellungsformen. Die einfachste ist der Linienchart: Dabei wird zum Ende jeder Periode der Kurs als Punkt ins Diagramm eingetragen. Anschließend werden die einzelnen Punkte mit jeweils einer geraden Linie verbunden. Das Resultat ist der aus den Medien hinlänglich bekannte „Zick-Zack-Kurs“.

Liniencharts sind zwar die einfachste, aber bei Weitem nicht die beste Chart-Darstellungsform: Sie enthalten dem Betrachter wichtige Informationen vor, weil stets nur der letzte Kurs einer Periode (Minute, Stunde, Tag usw.) in den Chart einfließt. Die meisten Trader nutzen deshalb Balken- oder Kerzencharts.

Ein Balkenchart besteht für jede einzelne Periode aus einer senkrechten Linie, an die rechts und links zwei „Henkel“ angebracht sind. In dieser Konstruktion verbergen sich vier Informationen und damit drei mehr als im Linienchart. Der oberste Punkt der senkrechten Linie markiert den höchsten Kurs, der in der jeweiligen Periode gemessen wurde. Der niedrigste Punkt der senkrechten Linie stellt dementsprechend den niedrigsten Kurs dar. Der linke „Henkel“ ist der erste Kurs der Periode, der rechte „Henkel“ der letzte.

Was Balkencharts zusätzlich verraten

Warum der ganze Aufwand? Jeder technische Analyst wird bestätigen, dass der Kursverlauf innerhalb einer Periode sehr viel über die Verfassung des Marktes verrät. Das wird am Beispiel eines Tages-Balkencharts deutlich. Angenommen, der tiefste Kurs ist zugleich auch der letzte (der rechte „Henkel“ ist ganz unten): Das deutet auf Verkaufsdruck und sinkende Kurse hin.

Markiert der Kurs während des Tages zunächst ein neues Hoch (das obere Ende der senkrechten Linie übersteigt den Hochkurs des Vortages) und fällt er anschließend unter den Schlusskurs des Vortages zurück, handelt es sich um einen so genannten Umkehrtag: Die Wahrscheinlichkeit fallender Kurse ist hier sehr groß.

Warum das so ist erschließt sich mit ein wenig Intuition: Zunächst markiert der Markt ein neues Hoch. Dann geht ihm aber sehr rasch (noch während desselben Tages) die Luft aus – und zwar so deutlich, dass er nicht nur das neue Hoch nicht hält, sondern sogar unter das am Vortag erreichte Niveau zurückfällt. Das legt nahe, dass auf diesem Kursniveau keine Nachfrage mehr vorhanden ist und sinkende Kurse deshalb sehr wahrscheinlich sind.

Candlesticks sind die Charts der Profis

Noch besser als Balkencharts sind Kerzencharts, die im Jargon auch als „Candlesticks“ bezeichnet werden. Ein Kerzenchart besteht aus einem Kerzenkörper, der weiß oder rot sein kann. Unter dem Kerzenkörper befindet sich der so bezeichnete „Schatten“, oben der „Docht“. Der obere Punkt des Dochts markiert den höchsten Kurs einer Periode, der untere Punkt des Schattens den niedrigsten.

Der Kerzenkörper ist weiß, wenn die Kurse innerhalb der Periode steigen. Dann markiert der obere Rand des Körpers den Schlusskurs der Periode. Fallen die Kurse dagegen, ist der Kerzenkörper rot und das untere Ende markiert den letzten Kurs (die jeweils gegenüberliegende Seite des Körpers steht für den ersten Kurs).

Grundsätzlich enthält ein Candlestick-Chart somit nicht mehr Informationen als ein Balkenchart. Durch die veränderte grafische Darstellung lässt sich allerdings schneller erkennen, ob ein steigender oder ein fallender Markt vorliegt. Zudem existieren viele Kerzenchart-Formationen mit hoher Aussagekraft.

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