Funktionsweise des Devisenhandels

Am Devisenmarkt werden einzelne Währungen gegeneinander gehandelt: Die Aufwertung einer Währung ist gleichbedeutend mit der Abwertung der anderen Währung. Der genaue Ablauf eines Trades am FX-Markt ist vielen Privatanlegern gar nicht geläufig, weil er hinter der Handelsoberfläche des Brokers verborgen bleibt. Im Grunde passiert dort aber nichts, was im wirtschaftlichen Alltagsleben nicht jeden Tag unzählige Male passiert.

Die Eröffnung einer Longposition im EUR/USD (damit wird auf eine Aufwertung des EUR gegenüber dem USD gesetzt) im Umfang von 100.000 Einheiten der Basiswährung (EUR, die Basiswährung ist immer die „links stehende“ Währung) zum Kurs von 1,30 entspricht technisch der Aufnahme eines Kredits in Höhe von 130.000 USD und dem sofortigen Umtausch der Kreditsumme in 100.000 EUR. Eine EUR/USD-Longposition entspricht somit einem Kreditkonto in USD (130.000 Dollar im Soll) und einem Tagesgeldkonto in EUR (100.000 Euro im Haben).

Liegt der Investor mit seiner Einschätzung (im Fall einer Longposition wird mit einer positiven Entwicklung des EUR gegenüber dem USD gerechnet) richtig, muss bei der Schließung der Position nicht das gesamte Geldmarktkonto eingesetzt werden, um den USD-Kredit zu tilgen. Der verbleibende Rest entspricht dem Gewinn des Investors.

Forex Broker und Privatanleger

Der Forex Handel findet dezentral direkt zwischen den Marktteilnehmern statt. Eine börsliche Regulierung wie z. B. an der Börse in Frankfurt am Main gibt es nicht – sehr wohl aber Netzwerke, über die große institutionelle Anleger einen großen Teil ihrer Geschäfte abwickeln. Für Privatanleger führt der Weg zum Devisenhandel ausschließlich über Broker. Diese unterscheiden sich ganz wesentlich in der Art des Zugangs, den sie Tradern ermöglichen.

Die Mehrzahl der Forex Broker, die sich auf Privatkunden spezialisiert haben, agiert als „Market Maker“. Diese Market Maker leiten die Orders ihrer Kunden aber nicht an den Devisenmarkt weiter, sondern stellen selbst Ankaufs- und Verkaufskurse und führen diese auch aus: Kauft der Kunde, verkauft der Market Maker und umgekehrt.

Market Maker setzen die Mindesteinzahlung für ihre Konten oft sehr niedrig an und werben mit gebührenfreiem freiem Handel und (häufig) mit fixen „Spreads“. Der Broker stellt zwei Kurse: Zu einem kann der Kunde kaufen, zum anderen verkaufen. Die Spanne zwischen beiden Kursen wird im Jargon „Spread“ genannt.

Anders STP Broker: STP steht für Straight Through Processing und bezeichnet die direkte Durchleitung der Kundenorders an einen Liquiditätspool, dem u.a. Banken angehören. Die Beschaffenheit des Liquiditätspools ist deshalb maßgeblich für die Qualität der Kurse.

ECN bzw. STP/ECN Broker gehen einen Schritt weiter: Sie binden die Konten ihrer Kunden direkt an ein Netzwerk an: Kunden können dann nicht nur direkt mit Banken und anderen institutionellen Anlegern, sondern auch untereinander handeln. Sowohl STP als auch ECN Broker richten sich tendenziell an erfahrene und finanzstarke Trader.

Vorteile und Eigenschaften des Devisenmarktes

Der Devisenmarkt gilt als weniger anfällig für Betrug und Manipulation als die Aktienmärkte und bietet durch den von Sonntagabend bis Freitagnacht ununterbrochenen Handel sowie die nahezu unbegrenzte Liquidität ideale Rahmenbedingungen für den Einsatz großer Finanzhebel.

Große Hebelwirkungen machen den Reiz für Privatanleger aus: Durch das dem Terminhandel entlehnte Margin-Prinzip können mit 1.000 EUR Einsatz 100.000 EUR im Markt bewegt werden. Das Margin-Prinzip sieht vor, dass Trader lediglich eine Art Kaution für ihre Geschäfte hinterlegen und der Broker das benötigte Geld mit einer Absicherung zur Verfügung stellt.

Daraus erwachsen beträchtliche Gewinnchancen: Profite von mehreren hundert Prozent in wenigen Stunden sind durchaus möglich. Den Chancen stehen äquivalente Risiken gegenüber: Forex Trading kann zum Totalverlust oder – im schlimmsten Fall und bei Verzicht auf eine entsprechende Absicherung – sogar zu Nachschusspflichten, also zu einem negativen Kontostand der ausgeglichen werden muss, führen.

Es ist daher dringend zu empfehlen, bevor sich ein Privatanleger als Trader auf dem Forexmarkt bewegt, dass er sich umfassend vorher informiert und den Devisenhandel von Grund auf lernt.

Gerade für Anfänger ist es sehr empfehlenswert, mit einem Demokonto zu starten, um Verlustrisiken zu minimieren.  Wie man eine solche Strategie aufbaut und künftig Risiken absichert, sollte nach Möglichkeit vorher mit virtuellem Geld trainiert werden.

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