Devisenhandel – der Handel mit Währungen

Auf dem Devisenmarkt werden Devisen gehandelt. Devisen sind „andere“ Währungen, wie z. B. US-Dollar, Australischer Dollar, Schweizer Franken, Britisches Pfund usw. Für Marktteilnehmer in anderen Ländern ist zählt auch der Euro zu den Devisen – der Begriff bedeutet nichts anderes als Fremdwährung und nimmt lediglich Scheine und Münzen in fremder Währung aus, die als „Sorten“ bezeichnet werden. Im Devisenhandel beschränkt sich der Begriff auf Bankguthaben in ausländischer Währung.

Der Devisenhandel findet auf dem Devisenmarkt – oder auch Forexmarkt genannt – statt. Dies ist ein globaler Markt: Jeden Tag gibt es hunderte Millionen Wirtschaftsteilnehmer weltweit, die aus irgendeinem Grund Währungen gegeneinander tauschen. Unternehmen exportieren Waren ins Ausland und werden in Fremdwährung bezahlt. Den Umsatzerlös tauschen sie in ihre heimische Währung um – dabei handelt es sich um ein ganz alltägliches Devisengeschäft.

Banken oder Finanzinvestoren erwerben irgendwo auf der Welt eine Beteiligung und vereinbaren mit dem Verkäufer die Zahlung des Kaufpreises in US-Dollar. Dazu beschaffen sich die Institute die benötigten USD bei anderen Banken auf dem Devisenmarkt. Schließlich können institutionelle Investoren oder private Trader auf die Auf- oder Abwertung einer Währung wetten.

Warum werden Devisen gehandelt?

Da es mehr als eine Währung auf der Welt gibt und die globalisierte Welt ohne grenzüberschreitende Waren- und Finanzströme nicht vorstellbar wäre, ist ein funktionierender Devisenmarkt unerlässlich. Auch spekulative Interessen sind, obgleich ihnen kein besonders gutes Image zuteil wird, wichtig: Bringt eine Regierung die Wirtschaft ihres Landes durch Missmanagement in Gefahr oder reagiert sie nicht richtig auf bestimmte Entwicklungen (z. B. hohe Inflation, steigende Rohstoffkosten), kann der Devisenmarkt durch Abwertungen Druck ausüben.

Wo und wie werden Devisen gehandelt?

Aktien und Rohstoffe werden an speziellen Börsenplätzen gehandelt. Für Devisen existiert ein solcher Handelsplatz nicht: Es gibt keine regulierte Börse für den Handel mit Währungen. Der Handel findet stattdessen dezentral statt. Banken können untereinander in Bruchteilen von Sekunden Währungsgeschäfte abschließen.

Darüber hinaus haben sich viele Banken und andere große Marktteilnehmer in speziellen Handelsnetzwerken zusammengeschlossen, um zusätzliche Liquidität ins Spiel zu bringen. Da es keinen zentralen Handelsplatz gibt existiert auch kein zentraler Wechselkurs. Zentralbanken wie die EZB legen zwar so bezeichnete Referenzkurse ab. Dabei handelt es sich aber um rückwirkende Feststellungen anhand der für die letzten 24 Stunden durch Banken gemeldeten Wechselkurse. Referenzkurse sind für zahlreiche Verträge relevant, nicht aber für den Echtzeit-Devisenhandel: Hier bildet sich der Wechselkurs ständig aus Angebot und Nachfrage.

Wie verlässlich ist der unregulierte Devisenhandel?

Trotz – manche behaupten auch, gerade wegen – der dezentralen Organisation, ist der Devisenmarkt ein sehr effizienter Markt. Theoretisch könnten die Kurse zwischen verschiedenen Banken stark voneinander abweichen. In der Praxis ist das nie der Fall, weil schon kleinste Differenzen sogenannte Arbitrageure auf den Plan rufen.

Diese (in der Regel institutionell organisierten) Marktteilnehmer erwirtschaften risikolose Gewinne, indem sie bei bestehenden Kursdifferenzen bei Bank A kaufen und im selben Moment bei Bank B zu einem höheren Preis verkaufen. Das „System“ funktioniert seit Jahrzehnten sehr gut. Die Preisbildung ist effizient und nachvollziehbar und die Transaktionskosten gering.

Nicht zuletzt deshalb ist der Devisenmarkt der mit Abstand größte Markt der Welt: Das tägliche (!) Handelsvolumen wird von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich auf vier bis fünf Billionen US-Dollar taxiert.

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