Möglichkeiten des Handels mit Währungen

Um Forex Trader zu werden bedarf es eines Zugangs zum Devisenmarkt. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, um mit Währungen handeln zu können.

Handel über Fremdwährungskonto

Den anschaulichsten Zugang zum Devisenmarkt erhalten Privatanleger über  Fremdwährungskonten bei Banken. Das sind Anlagekonten, die nicht auf Euro, sondern auf eine andere Währung lauten, z. B. CHF, USD, GBP oder JPY. Während jedes gewöhnliche Giro- oder Tagesgeldkonto eine Forderung des Kontoinhabers in Euro gegen die kontoführende Bank darstellt, lautet die Forderung bei einem Fremdwährungskonto auf die Kontowährung.

Überweisungen zugunsten von Fremdwährungskonten werden immer in die Kontowährung konvertiert , d.h. umgetauscht, sofern sie nicht mit dieser identisch sind. Es ist durchaus möglich, mit Fremdwährungskonten auf Wechselkursveränderungen zu spekulieren. Mit Forex Trading im engeren Sinne hat das aber wenig zu tun.

Handel über Forex Broker-Plattformen

Wer aktiv am Devisenmarkt handeln und dabei die so reizvolle Hebelwirkung nutzen möchte, benötigt ein Handelskonto bei einem Forex Broker. Über das Handelskonto können Trader dutzende Währungen kaufen und verkaufen. Das Handelskonto steht dabei am Ende einer langen Kette.

Der Broker legt die Kundengelder bei Banken an: Broker besitzen in der Regel keine vollständige Banklizenz und sind deshalb nicht zur Entgegennahme von Kundengeldern berechtigt. Die Kundengelder werden auf Fremdwährungskonten bei den kontoführenden Banken angelegt und umgeschichtet, wenn Trader auf ihrem Handelskonto Postionen eröffnen oder schließen.

Die auf dem Handelskonto bestehenden offenen Positionen werden auf dem Kundenkonto, das der Broker für einen Trader bei der Bank führt, nachvollzogen. Dies geschieht durch Computerprogramme in Bruchteilen von Sekunden.

Die eigene Forex Handelsplattform

Theoretisch könnten Forex Trader sich eine Handelsplattform für den Zugang zum Devisenmarkt selbst „basteln“, wenn eine Bank mitmacht. Erforderlich wären dafür Konten in allen Währungen, in denen gehandelt werden soll. Die Konten müssten Überziehungen zulassen. Um eine EUR/USD-Longposition zu eröffnen, würden Trader dann das USD-Konto überziehen und das Geld auf dem EUR-Konto anlegen. Eine speziell entwickelte Software könnte die Überweisungsvorgänge verkürzen – das ist bei Brokern die Aufgabe der Handelsoberfläche.

In der Praxis ließe sich diese Konstruktion aus mehreren Gründen allerdings nur für ausgesprochen vermögende Anleger mit einem sehr guten Kontakt zu ihrer Bank realisieren. Schließlich müsste die Bank Sicherheiten für mögliche Verluste verlangen, die weitaus größer wären als die bei Brokern üblichen 1-2% Margin. Außerdem wären die Gebühren viel höher und die Kurse sehr viel schlechter, weil die Bank bei einer solchen Konstruktion nicht mit einer großen Anzahl Kunden und reger Handelsfrequenz rechnen könnte. Man kann also sagen, ohne Forex Broker gäbe es Forex Trading nur für Vermögende.

Die Forex Handelsplattform erledigt alles

Die Handelsplattformen der Forex Broker ermöglichen Tradern die unkomplizierte Eröffnung von Positionen mit einem Klick und erledigen die gesamte im Hintergrund erforderliche Arbeit:

  • Sie beschaffen den für den Finanzhebel benötigten Kredit ohne eine umständliche Bonitätsprüfung vornehmen zu müssen,
  • sichern Trader durch Closeout-Level vor über den Einsatz hinausgehenden Verlusten ab
  • und sorgen dafür, dass bei der kontoführenden Bank die notwendigen Umschichten in andere Währungen vorgenommen werden.

Die Forex Broker-Plattformen erfüllen aber noch eine weitere Funktion: Sie sammeln Trader in größerer Anzahl und ermöglichen dadurch niedrige Transaktionskosten. Leitet ein Broker die Kundenorders an einen Bankenpool weiter, reicht es nicht 1-2 Positionen pro Tag durchzuleiten – dann wären die Kurse sehr ungünstig. Marktnahe Kurse mit geringen Preisaufschlägen sind erst ab einem gewissen Volumen möglich.

Geringe Zugangshürden zum Forex Trading

Nicht jeder Forex Broker handelt eigene Kooperationsverträge mit einem Bankenpool aus. Viele Broker sind so genannte „Introducing Broker“, die zwar eine eigene Handelsoberfläche besitzen, hinter der aber ein größeres Netzwerk steht.

Zusammenfasst:

Forex Broker sind eine Art Schnittstelle zwischen einzelnen Privatanlegern und Banken bzw. deren Devisenmarktabteilung. Die angehenden Forex Trader müssen keine Kreditwürdigkeitsprüfung über sich ergehen lassen und keine Sicherheiten (außer der geringen Margin) hinterlegen. Die Kontoeröffnung ist bei vielen Brokern bereits ab wenigen hundert Euro möglich: Bei den Handelsabteilungen der Banken sind solche niedrige Einstiegshürden unverzichtbar.

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