Fundamental Analyse: Volkswirtschaftliche Daten

Das Gegenstück zur Technischen Analyse ist die Fundamentale Analyse. Im Forex Handel betrifft diese vorwiegend makroökonomische, d.h. auf die gesamte Volkswirtschaft bezogene Daten wie Leistungsbilanzen, Konjunktur, Zinsniveau am Anleihemarkt, Industrieproduktion usw.

Es steht außer Frage, dass diese Daten zusammen mit der Geldpolitik der Notenbanken für die Wechselkurse wegweisend sind. Fraglich ist allerdings, zu welchem Zeitpunkt fundamental angemessene Wechselkurse eintreten. Wo mit großen Finanzhebeln und kurzen Zeiträumen gearbeitet wird, können Fundamentaldaten allein deshalb keine konkret umsetzbare Strategie begründen.

Basics der Fundamentalanalyse

Die Fundamentalanalyse setzt sich mit harten volkswirtschaftlichen Daten auseinander. Dennoch ist ein Studium der Volkswirtschaftslehre für das Verständnis der wichtigsten Zusammenhänge nicht erforderlich. Die wichtigsten fundamentalen Kerngrößen für den Devisenhandel sind Inflation, Geldmarkt- und Anleihemarktzinsen, Zahlungsbilanzen sowie die Konjunktur.

Nachrichten zur Entwicklung all dieser Kerngrößen sind ständig und für jedermann kostenfrei verfügbar. Über Fundamentaldaten berichten Nachrichtenagenturen, TV-Sender, Internetportale und Zeitungen laufend. Für Einsteiger auf dem Gebiet besteht die wesentliche Lernaufgabe darin, die Nachrichten ihrem potenziellen Einfluss auf die Wechselkurse zuzuordnen. Dazu ist ein zumindest schemenhaftes Verständnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge erforderlich, das in der heutigen Welt allerdings ohnehin zum Allgemeinwissen gehören sollte.

Zentralbanken und Wechselkurse

Eine gewichtige Rolle auf dem Devisenmarkt spielen Notenbanken wie die Europäische Zentralbank, die Federal Reserve Bank, die Bank of England oder die Bank of Japan. Notenbanken steuern über Leitzinssätze das Zinsniveau am Geldmarkt und intervenieren durch den Kauf von Staatsanleihen auch am Bondmarkt. Die Zentralbanken manipulieren dadurch die Zinssätze, was sich wiederum auf Konjunktur und Inflation auswirken kann.

Entscheidungen der Notenbanken können zu heftigen Kursausschlägen am Forex Markt führen. Dabei lassen die Notenbank-Chefs ihre Einschätzung der Wirtschaftslage und ihre Pläne für Interventionen bevorzugt zwischen den Zeilen durchblicken. Wer die Code-Sprache der Notenbanken versteht, kann während einer wichtigen Pressekonferenz live handeln und im besten Fall sehr früh auf einen Zug aufspringen.

Der Devisenmarkt ist zwar der größte Finanzmarkt der Welt, existiert aber dennoch nicht im luftleeren Raum. Für eine untermauerte fundamentale Einschätzung des Forex Marktes müssen auch die Entwicklungen auf anderen Märkten berücksichtigt werden. So zieht ein Anstieg der Rohstoffpreise regelmäßig eine Aufwertung der „Commodity-Dollars“ (v.a. Kanadischer und Australischer Dollar) nach sich, weil diese Länder Rohstoffexporteure sind und durch höhere Preise mehr Geld erlösen, das schließlich in den eigenen Währungsraum zurückfließt.

Fundamentalanalyse und Trading

Trader sollten den praktischen Nutzen der Fundamentalanalyse nicht überschätzen. Die Kenntnis der wichtigsten Zusammenhänge dient dazu, den Markt und seine Beweggründe, aber auch die tagtägliche Berichterstattung zu verstehen. Es ist mit einem vertretbaren Aufwand praktisch unmöglich, aus der Analyse von Fundamentaldaten einen Informationsvorsprung oder auch nur einen Vorsprung bei der Interpretation der Daten zu generieren.

Wer sich mit Aspekten der Fundamentalanalyse auseinandersetzt, erlernt ein besseres Verständnis für die Zusammenhänge im Wirtschaftssystem und zwischen verschiedenen Märkten. Dieses Verständnis ist auch bei anderen Disziplinen des Tradings hilfreich – etwa bei der Technischen Intermarketanalyse.

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