Märkte hängen zusammen: Aktien-, Anleihe- und Rohstoffmärkte beachten

Der Devisenmarkt ist der größte, aber nicht der einzige Markt der Welt. Letztendlich hänge alle Märkte zusammen. Wer die Berichterstattung und die Geschehnisse rund um den Devisenhandel verstehen möchte muss die Zusammenhänge zwischen dem Devisenmarkt und anderen Märkten verstehen. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang der Rohstoffmarkt und der Anleihemarkt. Mit Abstrichen ist auch der Aktienmarkt von Bedeutung. 

Devisen und Anleihemarkt

„US-Dollar legt nach Ausstiegsplänen der Federal Reserve deutlich zu“ – so oder so ähnlich könnte eine Schlagzeile im Finanzteil der Zeitung lauten. Die „Federal Reserve“ ist die US-Notenbank. Die „Ausstiegspläne“ beziehen sich auf ein Programm der Notenbank, über das diese mit frisch gedruckten Dollar US-Staatsanleihen kauft. Der Zweck solcher Programme besteht darin, die Zinsen der Anleihen zu drücken, was der Konjunktur zugute kommen soll. Wenn die Notenbank irgendwann das Ende dieses Programms ankündigt, steigen die Zinsen der Anleihen wieder.

Wenn die Zinsen für sichere Geldanlagen im US-Dollar (und dazu zählen US-Staatsanleihen) steigen, fließt automatisch mehr Geld in den Dollar-Raum. Investoren verkaufen Anleihen anderer Staaten und lösen Festgelder in anderen Währungen auf. Zwischen dem Ausstieg aus anderen Anlagen und der Reinvestition in US-Staatsanleihen müssen die Anleger US-Dollar kaufen. Das treibt den Wechselkurs gegenüber anderen Währungen nach oben.

Devisen und Rohstoffmarkt

Die Schlagzeile in der Zeitung könnte lauten: Rohstoffhausse treibt Australischen Dollar auf immer neue Höchststände“. Bei einer Rohstoffhausse steigen die Preise für Rohstoffe (Öl, Kohle, Bunt- und Edelmetalle aber auch Weizen, Kaffee, Zucker usw.) stark an. Manche Länder importieren mehr Rohstoffe als sie exportieren – wie zum Beispiel Deutschland. Bei anderen Ländern – und dazu gehört Australien – ist es genau umgekehrt: Sie leben zu einem erheblichen Teil vom Verkauf von Rohstoffen.

Wieso treiben steigende Rohstoffpreise die Wechselkurs von Rohstoffexporteuren in die Höhe?

Der Mechanismus ist recht einfach. Rohstoffe werden auf dem Weltmarkt in US-Dollar gehandelt. Exportiert ein australisches Unternehmen Rohstoffe, erhält es deshalb US-Dollar. Diese tauscht es anschließend in Australische Dollar um, wodurch Nachfrage nach dieser Währung entsteht. Je mehr US-Dollar das Unternehmen für seine Rohstoffe erhält, desto mehr tauscht es auch in Australische Dollar um und desto größer ist die Nachfrage nach diesem.

Devisen und Aktienmarkt

Zwischen Devisen- und Aktienmarkt bestehen vor allem indirekte Zusammenhänge. Der Aktienmarkt reagiert stark auf konjunkturelle Frühindikatoren, die mit sechs bis zwölf Monaten Vorlaufzeit angeben (sollen), wie sich die Wirtschaft entwickelt. Droht in einem Land eine konjunkturelle Abschwächung, sinken sehr häufig die Zinsen. Das führt zu Mittelabflüssen und damit einer Abwertung.

In der Praxis entwickelt sich die Konjunktur heute allerdings weltweit sehr ähnlich, so dass bei Krisen weltweit die Zinsen gesenkt werden und allein daraus kein Effekt für eine bestimmte Währung resultiert.

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