BigMacWas ist der Big Mac-Index?

Was verrät ein Besuch bei einer großen Fastfoodkette über den Devisenmarkt? Mehr jedenfalls als es auf den ersten Blick plausibel erscheint. Der „Big Mac-Index“ wird seit 1986 durch das britische Wochenmagazin „The Economist“ wöchentlich berechnet und soll Über- und Unterbewertungen am Forex Markt anschaulich darstellen und erklären.

Die Grundlage des Indexes bildet nicht ganz überraschend der Rindfleischburger „Big Mac“ der Restaurantkette McDonalds. McDonalds ist in weltweit mehr als 110 Ländern vertreten und bietet fast überall den Big Mac an. Der Big Mac-Index vergleicht den Preis eines Big Macs in den USA in US-Dollar mit dem Preis eines Big Macs in Landeswährung in zahlreichen anderen Ländern und gleicht diesen mit dem Wechselkurs der jeweiligen Währung zum US-Dollar ab.

„Kaufkraftparität“ ist ein Thema für Ökonomie-Professoren

Im Ergebnis wird sichtbar, ob in einem Land mit einem (umzutauschenden) US-Dollar-Betrag mehr oder weniger Big Macs gekauft werden können als in den USA. Liegt der Preis in Dollar in einem Land unter dem Preis in den USA gilt die jeweilige Währung als unterbewertet. Zum Jahresanfang 2013 kostete eine Big Mac in den USA 4,37 Dollar. In Mexiko war der Burger bereits für 2,90 Dollar erhältlich. Daraus folgt gemäß dem Indexkonzept, dass der Mexikanische Peso um 33,5 Prozent unterbewertet ist. Der Euro war dagegen knapp zwölf Prozent überbewertet.

Warum muss ausgerechnet ein Big Mac herhalten?

Die Antwort ist einfach: Bic Macs sind in weiten Teilen der Welt erhältlich und werden weltweit gleich hergestellt. Zur Herstellung werden Rindfleisch, Getreide, Käse, Personal, Immobilien, Energie usw. benötigt. Der Herstellungsprozess umfasst damit einen ganzen Korb von Gütern und kann eine gewisse Repräsentativität bieten. Ein weiterer wichtiger Grund: Da sich ein frischer Big Mac nicht transportieren lässt, lohnt es sich für Händler nicht, ihn in einem Land billig einzukaufen und in einem anderen Land teurer zu verkaufen.

Was ist die Funktion des BigMac Index?

Wenn in zwei Ländern mit unterschiedlichen Währungen unter Berücksichtigung des Wechselkurses eine identische Kaufkraft vorliegt -bei einem Wechselkurs von 1:1 sind dann auch die Preise in beiden Ländern identisch), sprechen Ökonomen von Kaufkraftparität. Diese mag in der Theorie eine wichtige Rolle spielen, in der Praxis ist sie jedoch letztlich umstritten. Die durch den Big Mac-Index diagnostizierten Über- und Unterbewertungen können Jahre oder sogar Jahrzehnte anhalten und machen den Index als Prognoseinstrument damit weitgehend unbrauchbar.

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