Konjunktur, Wachstum und Inflation – die wichtigsten Fundamentaldaten

Für die Fundamentalanalyse sind Konjunktur, Wachstum und Inflation die wichtigsten Fundamentaldaten. Wer am Devisenmarkt handelt und Entscheidungen  auf der Grundlage der Technischen Marktanalyse trifft, muss sich um diese Fundamentaldaten und wirtschaftliche Zusammenhänge und Hintergründe keine Gedanken machen.

Die meisten Forextrader werden nach einiger Zeit aber neugierig und interessieren sich für die Geschehnisse im Wirtschaftsleben. Die wichtigsten und ständig im Wirtschaftsteil jeder größeren Zeitung behandelten Zusammenhänge sollen deshalb kurz skizziert werden.

Konjunktur und Wachstum

Über „die Konjunktur“ wird an Stammtischen ähnlich oft philosophiert wie in Hörsälen und Wirtschaftsforschungsinstituten. Im allgemeinen Sprachgebrauch steht der Begriff oft als Synonym für „die Wirtschaft“. Jeder hat schon Aussagen wie diese gelesen: „Dank der guten Konjunktur hat der Staat mehr Steuern eingenommen“ oder „Die gute Konjunktur hat sich positiv auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt“.

Die Konjunktur betrifft prinzipiell alle im weitesten Sinne zyklischen Entwicklungen, die mit einer Volkswirtschaft zusammenhängen. Die wichtigste ist das Wirtschaftswachstum, gemessen am Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das BIP ist vereinfacht gesagt ein Zähler für jegliche (legale) wirtschaftliche Aktivität in einem bestimmten Wirtschaftsraum (zum Beispiel BRD; EU). Wachstumsraten spielen in allen Wirtschaftsberichten eine wichtige Rolle.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das Wachstum jedes einzelnen Industrie- und Entwicklungslandes wird laufend durch diverse Organisationen gemessen und prognostiziert. In Deutschland erhebt das Statistische Bundesamt die Daten zum Wirtschaftswachstum, auf europäischer Ebene ist dafür die Statistikbehörde Eurostat zuständig.

Prognosen für das zukünftige Wachstum kommen u.a. von der Deutschen Bundesbank, der EZB, der OECD, der Weltbank, dem IWF und dem Wirtschaftsministerium. Daten zum Wachstum werden auf Quartals- und Jahresbasis erhoben und prognostiziert.

Wie funktioniert ein Wirtschaftsaufschwung?

Das BIP ist die zentrale Größe, weil seine Entwicklung für fast alle anderen relevanten wirtschaftlichen Kennzahlen maßgeblich ist. Ein (deutlich, ab etwa 2%/Jahr) wachsendes BIP ist gleichbedeutend mit einer Zunahme der Produktion. In einem solchen Aufschwung steigen die Umsätze der Unternehmen, was erstens zu höheren (Unternehmens-)Steuereinnahmen für den Staat und zweitens zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit führt.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit führt zu sinkenden (Sozial-)Ausgaben des Staates und – über eine höhere Lohnsteuer- wiederum zu steigenden Einnahmen. Gleichzeitig erhöhen sich die privaten Konsumausgaben,wodurch die Absatzmöglichkeiten der Unternehmen steigen und Investitionen angeschoben werden.

Wachstum und Devisenmarkt

Die konjunkturelle Entwicklung wirkt sich auf den Devisenmarkt aus. In einem Aufschwung steigen Zinsen und Preise. Die Preise steigen, weil auf dem Arbeitsmarkt bei guter wirtschaftlicher Lage höhere Lohnsteigerungen durchgesetzt werden können. Die Zinsen steigen, weil die Preise steigen (und Investoren für die erwartete Inflation entschädigt werden möchten) und die Nachfrage nach Krediten durch Unternehmen und Haushalte steigt.

Steigende Preise drücken sich in einer ansteigenden Inflationsrate aus. Diese kann für sich genommen bereits Auswirkungen auf den Wechselkurs haben. In der Praxis ist das häufig der Fall, wenn die Notenbank bei hohen Teuerungsraten Zinserhöhungen ankündigt. Inflationsraten werden auf monatlicher und jährlicher Basis ermittelt. In Deutschland erfolgt dies durch das Statistische Bundesamt.

Wie genau setzt sich die Inflationsrate zusammen?

Um die Inflationsrate zu ermitteln, überprüft das Statistikamt laufend die Preise von rund 5.000 Gütern und Dienstleistungen und vergleicht sie mit der Vergangenheit. Wenn berichtet wird, dass „die Verbraucherpreise im Juni um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind“ ist damit die amtliche Inflationsrate gemeint.

Diese wird häufig angezweifelt und vorwiegend als zu niedrig angesetzt kritisiert – allerdings gilt sie an den Märkten als glaubwürdig. In die Inflationsrate fließt nicht jedes der 5.000 analysierten Güter mit gleichem Gewicht ein: Die Statistiker benutzen ein Wägungsschema das abbilden soll, wie hoch die Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts für Strom, Miete, Urlaub, Benzin, Hygieneartikel, Bücher, Nahrung und vieles mehr sind.

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