Die Zentralbanken sind die größten und mächtigsten Akteure am Devisenmarkt. Die weltweit wichtigsten Zentralbanken sind die Europäische Zentralbank (EZB), die US-Notenbank Federal Reserve, die Bank of England und die Bank of Japan. Die globale Bedeutung einer Notenbank hängt direkt mit der wirtschaftlichen Größe des Währungsgebietes zusammen, für das sie zuständig ist.

Was machen Zentralbanken am Forex Markt?

Zentralbanken beeinflussen das Geschehen am Devisenmarkt wie keine andere Instanz. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Geldpolitik. Zentralbanken legen Leitzinssätze fest: Das sind die Zinssätze, zu denen sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen oder dieses dort anlegen können. Wenn in den Medien „der“ Leitzins thematisiert wird, ist die fast immer der Zinssatz gemeint, zu dem Banken sich bei der EZB oder einen anderen großen Zentralbank Geld leihen können.

Warum ist der Leitzins so wichtig?

Was passiert, wenn beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins für die Eurozone von 2,00 auf 1,00 Prozent senkt, während die anderen Notenbanken ihren Leitzins konstant bei 2,00 Prozent belassen? Ganz einfach: Nicht nur der Kreditzins für Banken, sondern auch der Anlagezinssatz für Investoren in der Eurozone sinkt: Geldanlagen in der Eurozone werden schlechter verzinst als in anderen Währungsräumen.

Warum ist das so? Auch das ist nicht schwer nachzuvollziehen. Geschäftsbanken haben zwei Möglichkeiten, sich (kurzfristig) Geld zu beschaffen: Sie können entweder einen Kredit bei der Zentralbank aufnehmen oder Anleger Zinsen für Geldanlagen bieten und dadurch um Geld (Tagesgeld, Festgeld usw.) werben. Wenn Kredite bei der Zentralbank billiger werden, lohnt es sich für die Bank nicht, Anlegern hohe Zinsen an Sparer zu zahlen. Sie wird deshalb die Zinssätze für Geldanlagen senken. In der Folge sinken auch die Zinsen am Anleihemarkt.

Die Folge: Investoren und Sparer ziehen ihr Geld aus der Eurozone ab und legen es in anderen Währungsräumen zu besseren Konditionen an. Das hat direkte Auswirkungen auf den Devisenmarkt: Anleger verkaufen Euros und kaufen Britisches Pfund, Dollar und Co. Der Wechselkurs des Euros sinkt deshalb.

Zentralbank-Interventionen am Devisenmarkt

Änderungen der Leitzinssätze stehen zumeist im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Fragen: Lahmt die Konjunktur und wächst die Zahl der Arbeitslosen, neigen Zentralbanken meistens zu Zinssenkungen: Diese sollen die Zinsen für Kredite senken und damit Investitionen für Unternehmen und Anschaffungen für Haushalte billiger machen.

Ein weiteres wichtiges und für Forex Trader noch sehr viel spektakuläreres Betätigungsfeld von Zentralbanken sind direkte Interventionen am Forex Markt. Wenn die eigene Währung abzustürzen droht, kann die Zentralbank ihre (Fremd-)Währungsreserven anzapfen und die eigene Währung gegen diese kaufen. Dadurch nimmt sie einen Teil der eigenen Währung vom Markt (weniger Angebot) und erhöht zugleich das Angebot der fremden Währung(en).

Damit wird zum Beispiel einem Kapitalabfluss aus der heimischen Wirtschaft entgegengetreten. Will eine Zentralbank die eigene Währung schwächen, druckt sie frisches Geld und erwirbt damit am Devisenmarkt fremde Währungen. Das Angebot der eigenen Währung wird dadurch ausgeweitet, das Angebot an fremder Währung verknappt. Eine starke Aufwertung der eigenen Währung kann sich negativ auf die heimische Exportwirtschaft auswirken.

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