Darstellung verschiedener Devisenhandel Strategie Typen

Devisenhandel Strategien lassen sich in mehrere Untergruppen einteilen. Die wichtigsten sind Trendfolgestrategien, Ausbruchstrategien und Volatilitätsstrategien. In allen drei Gruppen finden sich Strategien, die vollautomatisch ausgeführt werden können oder lediglich 1-2 Aktivitäten pro Tag erfordern. Jede Strategie kann sich grundsätzlich auf jedes Währungspaar und jeden Zeithorizont beziehen. Wichtig ist, die grundlegenden Eigenschaften der drei Strategietypen zu verstehen.

1. Trendfolgestrategien

Trendfolgestrategien zielen darauf ab, sich an bestehende Trends im Markt anzuhängen. Typischerweise bieten trendfolgende Strategien eine hohe Trefferquote und sind leicht umsetzbar – für Einsteiger sind die Ansätze deshalb bestens geeignet.

Im ersten Schritt werden Trends im Markt identifiziert. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Trends aufwärts oder abwärts gerichtet sind. Technische Analysten gehen davon aus, dass ein existierender Trend sich mit einer größeren Wahrscheinlichkeit fortsetzt als dass er endet. Dieser Überlegung zufolge macht es Sinn, in einem Aufwärtstrend eine Longposition und in einem Abwärtstrend eine Shortposition zu eröffnen.

Dem Trend folgen mit Trendkanal und Gleitendem Durchschnitt

Zusätzlich können Filter verwendet werden, die innerhalb eines Trends Konstellationen herausfiltern, die besonders attraktiv sind. Besonders anschaulich lässt sich das anhand eines Trendkanals darstellen: Gekauft wird, wenn der Markt sich in der unteren Hälfte seines Aufwärtstrendkanals bzw. in der oberen Hälfte seines Abwärtstrendkanals befindet. Der Filter berücksichtigt dadurch den Umstand, dass es auch innerhalb bestehender Trends zu Marktbewegungen gegen die Trendrichtung (Korrekturen) kommt.

Eine auf Trendkanälen basierende Strategie lässt sich schwerlich automatisieren. Deshalb werden Trendlinien in automatisierten Ansätzen durch so bezeichnete gleitende Durchschnitte ersetzt, die in jeder Chartingsoftware enthalten sind und geglättete Trendlinien darstellen. Zum Ersatz der oberen Trendlinie des Trendkanals kann ein zweiter Durchschnitt verwendet werden.

Eigenschaften von Trendfolgestrategien

Trendfolgestrategien funktionieren in Trendmärkten sehr gut und liefern aussagekräftige Signale und eine hohe Trefferquote. Werden Positionen nahe der Trendlinie eröffnet bzw. ist der Trendkanal schmal, lässt sich auch das sinnvolle Stop Loss-Level liecht identifizieren: Es wird einfach knapp unterhalb der Trendlinie angesetzt. Die Schwächen von trendfolgenden Strategien treten in richtungslosen Märkten auf: Dann werden immer wieder Fehlsignale generiert. Es empfiehlt sich deshalb, den Signalen nur innerhalb eines etablierten Trends zu vertrauen.

2. Ausbruchstrategien

Ausbruchstrategien basieren auf charttechnischen Ausbrüchen. Diese treten bei Widerständen und Unterstützungen, Trendlinien, Fortsetzungs- und Umkehrformationen sowie bei einzelnen Candlestick-Formationen auf. Es geht darum, die Ausbrüche frühzeitig zu erkennen und richtig zu handeln.

Eine Ausbruchstrategie kann darauf abzielen, alle relevanten Ausbrüche in einem Markt bzw. einem Korb von Märkten zu handeln. Sie kann auch darauf abzielen, nur bestimmte Ausbrüche zu berücksichtigen. Je weiter der Ansatz gefasst ist, desto häufiger generiert die Strategie Signale: Es kommt nicht täglich zur Ausbildung von Kopf-Schulter-Formationen, Flaggen oder Wimpeln.

Ausbruchstrategien sind nicht automatisierbar und erfordern praktische Kenntnisse in der Chartanalyse. Anwender müssen in der Lage sein, Muster frühzeitig zu erkennen und richtig zuzuordnen. Wie ein bestimmtes Muster zu handeln ist ergibt sich aus der Formationslehre: Nach dem Überwinden eines Widerstands wird in Trendrichtung gehandelt, nach der Vollendung einer Kopf-Schulter-Formation gegen die vorherige Trendrichtung usw.

Eigenschaften von Ausbruchstrategien

Die Qualität der Handelssignale hängt ganz wesentlich von den Fähigkeiten des Chartisten ab. Eine generelle Aussage über Eigenschaften von Ausbruchstrategien ist deshalb nicht möglich. Eine korrekte Interpretation der Charts vorausgesetzt sollte jedoch eine hohe Trefferquote erreicht werden, weil ausschließlich Marktsituationen mit günstigem Chance/Risikoverhältnis gehandelt werden. Da sich die plausible Verlustbegrenzung aus der jeweils gehandelten Formation ergibt, lässt sich ein sinnvolles Risikomanagement leicht integrieren.

3. Volatilitätsstrategien

Volatilität ist definiert als die Schwankungsintensität des Marktes: Je stärker die Kurse sich bewegen, desto höher ist die Volatilität. Diese scheinbar unsichtbare Größe besitzt eine sehr große Aussagekraft. Steigt die Volatilität an, ändert der Markt häufig seine grundlegenden Meinung zu einem bestimmten Kurs – und verändert ihn. Ein deutlicher Anstieg der Volatilität – etwas irreführend oft auch als „Ausbruch“ bezeichnet – fällt häufig mit signifikanten Kursbewegungen zusammen UND geht diesen voraus.

Volatilität ist fast immer sehr hoch oder sehr niedrig

Die Berechnung der Volatilität basiert auf der so genannten Standardabweichung. Ohne diese bis ins letzte Detail darzustellen: Eine typische Eigenschaft der Volatilität besteht darin, fast durchgängig entweder sehr niedrig oder sehr hoch zu sein.

Strategien im Zusammenhang mit der Volatilität basieren deshalb meistens auf Indikatoren, die die „Vola“ auf einer Skala von z. B. 0-100 zeigen. Für die Eröffnung von Positionen werden Schwellenwerte festgelegt: So kann die Eröffnung einer Position etwa erfolgen, wenn auf der Skala ein Wert von 20 von unten nach oben durchbrochen wird. Die Schließung kann erfolgen, wenn ein Wert von z. B. 85 von oben nach unten durchbrochen wird.

Eigenschaften von Volatilitätsstrategien

„Oben“ und „unten“ auf der Skala der Volatilität sagen nichts über die Richtung aus, in die eine Position eröffnet wird. Ein signifikanter Anstieg der Volatilität kann bei steigenden und fallenden Kursen erfolgen. Mit einem Trendindikator – oder durch bloßes Ansehen des Charts – lässt sich aber leicht feststellen, in welche Richtung der Markt tendiert.

Die Theorie hinter Volatilitätsstrategien ist schnell erklärt: Die „Vola“ zieht an, wenn der Markt in Unruhe gerät und eine Neubewertung anstrebt. Ist die Neubewertung vollzogen müssen sich die Kurse nicht mehr stark verändern. Da Kursänderungen die Basis der Volatilität sind, sinkt diese nach der Neubewertung auch notwendigerweise wieder ab.

Die Trefferquoten können durchaus ansehnlich sein. Vieles hängt allerdings davon ab, wo die für eine Positionseröffnung relevanten Schwellenwerte angesetzt werden. Werden sie niedrig angesetzt kommt es häufiger zu Positionen, die aber insgesamt häufiger im Verlust enden. Werden sie zu hoch angesetzt steigt erfolgt der Einstieg in den Markt erst in einem späten Stadium der Kursbewegung.

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