Wie die Positionsgrößen richtig bestimmt werden

Die Positionsgrößenbestimmung gehört zu den wichtigsten Maßnahmen zur Verlustbegrenzung: Was nicht eingesetzt wird, kann auch nicht verloren gehen. Verluste gehören nicht nur zum Trading dazu, sondern sind zwingend notwendig. Die Rolle von Verlusten ist in etwa vergleichbar mit den Betriebskosten eines Unternehmens: Das Unternehmen wird zwar stets bestrebt sein die Kosten so gering wie möglich zu halten. Ganz ohne Betriebskosten lässt sich der Betrieb aber nicht aufrechterhalten.

Warum ein Verlust nicht schmerzen darf

Die Positionsgrößenbestimmung dient dazu, die Größe einer einzelnen Position festzulegen. Fixe Regeln gibt es dafür nicht. Als geeignete Obergrenze gilt eine Positionsgröße von 10 Prozent bezogen auf das Kontoguthaben. Wer mit 1.000 Euro handelt, sollte deshalb nicht mehr als 100 Euro pro Trade investieren. Bei einem Marginsatz von 1,00 Prozent bzw. einem 100fachen Hebel lassen sich auch damit 10.000 Euro im Markt bewegen.

Aus der Positionsgröße leitet sich der maximale Verlust ab, der pro Position in Kauf genommen wird. Beträgt dieser (plausible) 10 Prozent des eingesetzten Kapitals, führt die Glattstellung einer Verlustposition durch Stop Loss zu einem Verlust von 1,00 Prozent des Kontoguthabens. Verluste in dieser Größenordnung sollten zu verkraften sein.

Es ist aus zwei Gründen wichtig, das Handelskapital vor zu großen Verlusten zu schützen:

1. Recovery Effekt und mentale Belastung

Zum einen führen größere Verluste – zumindest wenn nicht nur mit Bagatellbeträgen gehandelt wird – zu mentalem Druck. Unter Druck neigen Trader zu Fehlern. Der größte besteht darin, von der festgelegten Strategie abzuweichen und zum Beispiel ohne Stop Loss in den Markt zu gehen, nur um die mentale Unannehmlichkeit eines weiteres Verlustes zu vermeiden.

Zum anderen gibt es den so genannten Recovery Effekt: Wer 50 Prozent seines Geldes verliert, muss danach mit dem verbliebenen Kapital einen Gewinn von 100 Prozent erzielen, um die frühere Ausgangslage wieder herzustellen. Das leuchtet ein: Verluste schmälern die Kapitalbasis und damit auch die (absoluten) Gewinne. Je größer der prozentuale Verlust, desto stärker ist der Recovery Effekt ausgeprägt: Bei 10 Prozent reichen im Anschluss knapp 12 Prozent Gewinn aus, um den alten Status Quo wieder herzustellen. Bei 20 Prozent Verlust braucht es bereits 25 Prozent Gewinn und bei einem Verlust von 90 Prozent einen Gewinn von 1.000 (!) Prozent.


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