Risiko- und Moneymanagement durch garantierte Stops und Airbag

Der Forex Devisenhandel birgt Risiken, die es zu kontrollieren gilt. Forextrader sollten bei Entscheidung für einen Broker berücksichtigen, ob dieser über die Einlage hinausgehende Verluste ausschließt. Nur dann lässt ein „Margin Call“ böse Konsequenzen zuverlässig vermeiden.

Achtung: Es kann durchaus zu unkontrollierten Verlusten kommen, obwohl eine Order mit einem Stop Loss abgesichert wurde!

Ein Beispiel: Ein Trader eröffnet am Freitag eine Longposition im EUR/USD bei 1,3050 und setzt ein Stop Loss bei 1,3030. Am gleichen Tag passiert fast nichts mehr – die Position wird über das Wochenende gehalten. Am Sonntagabend eröffnet der Markt aufgrund am Wochenende bekannt gewordener, schlechter Konjunkturdaten bei 1,2930.

Kurslücken absichern mit garantierten Stops

In einer solchen Situation passiert folgendes: Ein Stop Loss ist eine bedingte, aber unlimitierte Marktorder. Sie wird ausgelöst, nachdem der Markt am Sonntagabend unter dem StopLoss-Level eröffnet. Danach wird die Order zum nächstbesten Kurs ausgeführt. Das Resultat: Die Position wird zu 1,2930 glattgestellt. Der Verlust fällt damit 100 Pips größer aus als geplant. Der Grund ist die Kurslücke zwischen dem Schlusskurs am Freitag und dem Eröffnungskurs am Sonntag.

Im Devisenhandel ist die Kurslücken-Problematik sehr viel weniger relevant als in anderen Märkten, weil Handelsunterbrechungen nur über das Wochenende stattfinden. Wer Positionen über ein Wochenende halten möchte, sollte dennoch zusätzliche Absicherungsmöglichkeiten in Erwägung ziehen. Einige Broker bieten so bezeichnete „garantierte Stop Loss-Orders“ an, für die oft eine zusätzliche Gebühr berechnet wird. Der Broker übernimmt bei diesen Orders das Risiko von Kurslücken und bürgt dafür, dass die Position zum gewünschten Kurs glattgestellt wird. Wird eine Gebühr für garantierte Stops verlangt, handelt es sich somit um eine Art Versicherungsprämie.

Der legendäre „Margin Call“

Freunden von Wirtschaftsthrillern ist der im Trader-Jargon berüchtigte „Margin Call“ ein Begriff: Kursverluste können dazu führen, dass die hinterlegte Sicherheitsleistung (Margin) auf dem Handelskonto nicht mehr ausreicht oder das Konto sogar ins Minus gerät. Dann meldet sich der Broker und verlangt kurzfristig die Einzahlung neuer Gelder („Nachschuss“). Da dies in früheren Jahren telefonisch geschah, hat sich die Bezeichnung „Margin Call“ eingebürgert.

Prinzipiell ist es möglich, dass Verluste die Einlage übersteigen und die Nachschusspflicht gleichbedeutend mit einer Verschuldung des Traders ist. Broker unternehmen einiges, um dies zu verhindern – schließlich sind sie keine Kreditgeber und keine Inkassobüros.

Zum einen sorgt der Closeout-Level dafür, dass das Handelskapital nicht negativ wird: Unterschreitet das Eigenkapital auf dem Konto gemessen an den offenen Positionen einen festgelegten Schwellenwert, werden Positionen geschlossen. Das ist ein technischer, aber kein rechtlicher Schutz vor negativen Kontoständen.

Einige Broker bieten ihren Kunden auch einen rechtlichen Schutz und schließen negative Kontostände zulasten des Kunden verbindlich aus. Sollten Verluste dann einmal die Einlage übersteigen gleicht der Broker sie aus. Solche Zusicherungen werden manchmal als „Airbag“ bezeichnet.

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