Technische Analyse

Spekulationen auf Wechselkurse sind kein Glücksspiel, weil die Kursentwicklung nicht zufällig im Sinne einer naturwissenschaftlichen Wahrscheinlichkeit (Würfel etc.) verläuft, sondern sich mit geeigneten Analysemethoden hinreichend (also mit einer im Vergleich zum Zufall signifikant erhöhten Wahrscheinlichkeit) treffsicher antizipieren lässt.

Man unterscheidet dabei die Technische Analyse und die Fundamentalanalyse.

JETZT! Traden lernen bei Forex Profi>>

Grundlagen der Technischen Analyse

Die Technische Analyse wird bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eingesetzt: Damals beobachteten Investoren auf dem amerikanischen Aktienmarkt, dass dieser in seinen Kursverläufen wiederkehrende Muster zeigte. Diese „Muster“ zeigen sich auf dem Chart: So wird die grafische Darstellung des Kursverlaufs im Börsenjargon genannt. Die meisten Trader orientieren sich bei der Analyse des Marktes überwiegend an der Technischen Analyse, d.h. an Charts, Diagrammen und ähnlichem. Diese wird auch in anderen Märkten angewandt und verzichtet gänzlich auf makroökonomische Daten und Analysen.

Technische Analysten studieren keine Bilanzen und Geschäftsberichte und interessieren sich auch nicht für Konjunktur oder Wirtschaftswachstum. Die einzige Basis der Technischen Marktanalyse ist der Markt selbst: Die wichtigste Annahme der „Techniker“ lautet, dass alle relevanten Informationen bereits im Kurs enthalten, also „eingepreist“ sind. Zusätzliche Informationen sind deshalb überflüssig.

Die wesentliche Prämisse der Technischen Analyse lautet:

  1. Der Kursverlauf enthält bereits alle wichtigen Informationen.
  2. Da Kurse das Resultat menschlicher Entscheidungs- und Analyseprozesse sind, bewegen sie sich in wiederkehrenden Muster
  3. Trends setzen sich mit einer größeren Wahrscheinlichkeit fort als dass sie enden

Während die Fundamentalanalyse es erlaubt, die Bewegung einer Währung vorherzubestimmen, indem man die politische und die ökonomische Situation eines Landes analysiert, hat die technische Analyse mehr zu tun mit der Analyse der gesammelten Marktdaten und diese so zu nutzen, dass man künftige Bewegungen vorhersagen kann. Dies ist ein Ansatz, der sehr häufig an der Börse verwendet wird, besonders dort, wo historische Daten den hauptsächlichen Part für die Vorhersage der zukünftigen Performance ausmachen. Während eine Fundamentalanalyse in erster Linie die Gründe und Ursachen für Marktbewegungen analysiert, sodass wir wissen, warum etwas passiert – sagt uns die technischen Analyse des gleichen Marktes, was exakt passiert ist.

Die technische Analyse gibt uns sozusagen die Rohdaten. Die Fundamentalanalyse erfordert einen extrem weiteren Blick und kann besonders für diejenigen, die weniger an Politik interessiert sind, äußerst zeitaufwändig sein. Wenn diese Leute starke technische Analysten sind, können sie normalerweise genug von den Bewegungen an sich lernen.

Was auch immer der Grund für die Kursbewegung sein mag, letztendlich geht es darum, dass die Währungspreise bestimmten Trends folgen. Unabhängig von allem anderen wissen die meisten, dass sich Währungen nach bestimmten Mustern verhalten, Muster, die oft sein mehr als ein Jahrhundert gültig sind. Diese Muster spiegeln letztendlich das menschliche Verhalten wider – eine der wenigen konstanten Dinge in der Welt – und sind daher eine hervorragende Möglichkeit, um die Zukunft vorherzusagen.

Technische Analyse: Charttechnik und Markttechnik>>

Die beiden wesentlichen Disziplinen der Technischen Marktanalyse sind die Charttechnik und Markttechnik. Die Charttechnik versucht, anhand des Kursverlaufs Indizien über die Verfassung des Marktes und die daraus folgende Wahrscheinlichkeit für Bewegungen in die eine oder andere Richtung zu identifizieren. Die Bezeichnung resultiert aus dem englischen Wort für die graphische Darstellung des Kursverlaufs: Chart.

Bedeutende Werkzeuge der Charttechnik sind Trendlinien- und Kanäle, Widerstände und Unterstützungen, Umkehrformationen und Fortsetzungsformationen. Die Grundzüge dieser Disziplin sind relativ leicht erlernbar und setzen in der Praxis keinen großen Investitionsaufwand voraus: Broker stellen ihren Kunden kostenfreie Chartingtools inklusive Kursversorgung zur Verfügung.

Die Begriffsdefinition der Markttechnik umfasst nicht ganz einheitliche Vorgehensweisen. Ein Großteil der einschlägigen Literatur zählt insbesondere markttechnische Indikatoren wie MACD, und Momentum zu den markttechnischen Instrumenten. Doch auch Volatilität (Schwankungsintensität des Marktes), Handelsumsatz und marktpsychologische Momente (Stimmung der Anleger) werden zur Beurteilung des Marktes herangezogen.

JETZT! Traden lernen bei Forex Profi>>

Unterstützung und Widerstand – die beiden Schlüsselworte beim Forexhandel

Um wirklich das Verhalten einer Währung auf dem Forex-Markt zu verstehen ist es wichtig zu sehen, wie sie sich über einen bestimmten Zeitabschnitt verhält. Wenn man den Kurs über eine sehr kurze Periode verfolgt, können die Daten einfach alles bedeuten. Dies widerum heißt, dass solche Daten nahezu unbrauchbar sind.

Verfolgt man den Kurs aber über einen längeren Zeitraum, dann scheinen sich bestimmte Muster zu bilden. Dies schafft die Grundlage für die Vorhersage des zukünftigen Verhaltens einer Währung. Zu den wichtigsten Kennzahlen, die in einem Muster erscheinen, gehören die Unterstützungs- und die Widerstandspunkte. Der Unterstützungspunkt einer jeden Währung ist das Preisniveau, unter dem eine Währung normalerweise nie gehandelt wird. Dies ist genau die untere Marktposition. Wenn der Preis dieses Niveau erreicht hat, springt er fast immer wieder nach oben. Und genau aus diesem Grund investieren viele Menschen genau bei diesem Punkt.

Umgekehrt ist der Widerstandspunkt der Höhepunkt des Preises einer Währung. Über diesem Punkt wird die Währung nie gehandelt. Wenn Sie Geld herausziehen wollen, ist dies ein guter Bezugspunkt. Natürlich gilt auch hier das alte Sprichwort: „Es gibt für alles ein erstes Mal“.

Es wird eine Zeit kommen, zu der eine Währung ihre Unterstützung oder ihren Widerstand durchbricht – und genau dies wird für extrem wichtig angesehen. Denn wenn erstmal eine Währung ihre Unterstützung oder ihren Widerstand durchbricht, kann man davon ausgehen, dass sich dieser Trend fortsetzen wird – möglicherweise für einen längeren Zeitraum. Es ist daher immer ein guter Zeitpunkt einzusteigen, wenn der Punkt gekommen ist, dass es beginnt zu steigen, bzw. auszusteigen, wenn es beginnt zu fallen.

Wie funktioniert die Technischen Analyse?

Die technische Analyse von Währungsschwankungen ist heute mehr denn je Teil des Forex-Marktes. Im Laufe der Jahre sind verschiedene Möglichkeiten entstanden, um Daten zu sammeln und darzustellen. Diese Möglichkeiten bestehen z.B. darin, Daten zu isolieren, um hieraus eine bestimmte Strategie zu entwickeln oder zu sichern. Oder darin, dass man bestimmte Daten kombiniert, um zu analysieren, wie der Markt zu dem jetzigen Punkt angekommen ist bzw. wie wahrscheinlich es ist, dass er vorankommt. Letztendlich geht es darum, eine größere Sicherheit bei seinen Vorhersagen und Trends zu bekommen.

Im Laufe der Zeit werden weitere Daten gesammelt und Trends werden verstärkt. Je mehr man sich eines Trends bewusst wird, um so mehr gewinnt man ein realistischeres Verständnis für den Markt. Für jemanden, der gerade beginnt, zu traden und den Forexhandel lernen möchte, sind all diese Arten von Daten immens wichtig. Eine Methode der technischen Analyse besteht in der Aufzeichnung der Daten in Diagrammen und Schaubildern. Aufgezeichnet über einen bestimmten Zeitraum, ermöglichen uns diese Daten dann, bestimmte Muster zu erkennen und zu definieren.

JETZT! Traden lernen bei Forex Profi>>

Candlestick und Fibonacci – die beliebtesten Werkzeuge der Technischen Analyse

Eine der beliebtesten Arten von Graphen ist die sog. „Candlestick-Methode„, die uns den Preis am Anfang und am Ende einer Periode mitteilt sowie seine Höhen und Tiefen während der Zeitperiode. Auf diese Weise lässt sich auf einen Blick erkennen, ob eine Währung schnell oder langsam steigt oder fällt.

Ein weiteres beliebtes analytisches Werkzeug sind die sog. „Fibonacci-Zahlen„. Es untersucht an einem bestimmten Punkt den steigenden oder fallenden Markt und kann – mit unglaublicher Regelmäßigkeit – vorhersagen, wann der Markt sich stabilisiert oder rückläufig ist (d.h. von seiner Tendenz abkehrt).

Wie können alle relevanten Informationen bereits im Kurs enthalten sein, wenn doch die Börsenmedien tagein, tagaus über News aus Unternehmen und der Wirtschaft berichten?

Das ist im Grunde ganz einfach: Wird eine für den Markt relevante Neuigkeit verbreitet, preist der Markt diese sofort (!) und vollständig ein. Von solchen Informationen könnten demnach nur Trader profitieren, die VOR der großen Masse der Marktteilnehmer an die Information gelangen. Dann würde es sich um Insiderhandel bzw. „Frontrunning“ handeln: Das ist verboten und wird mit Gefängnis bestraft.

Wenn alle relevanten Informationen bereits eingepreist sind, macht es dann überhaupt Sinn zu spekulieren?

Ja! Eine weitere – durch Studien seit Jahrzehnten belegte – Beobachtung der Technischen Analyse betrifft die Kursentwicklung. Diese verläuft keinesfalls zufällig oder gar chaotisch, sondern folgt immer wiederkehrenden Mustern. Verwundern kann das nicht: Die Kurse kommen letztlich durch menschliches Handeln zustande, das (bezogen auf eine große Anzahl von Menschen) im Zeitverlauf ebenfalls immer denselben Mustern folgt.

Eine weitere Annahme der Technischen Marktanalyse lautet deshalb: Kurse bewegen sich in Trends. Gleichzeitig ist sicher: Ein einmal bestehender Trend setzt sich mit einer größeren Wahrscheinlichkeit fort als dass er endet. Zudem wiederholen sich bestimmte – auf den ersten Blick komplizierte und scheinbar zufällige – Kursmuster aus der Vergangenheit immer wieder.

Auch diese Erkenntnisse beruhen auf der Kontinuität menschlichen Verhaltens: Würden alle Menschen ihre Meinung und ihr Verhalten ständig und ohne erkennbares Muster ändern wäre die Welt ein ziemlich chaotischer Ort. Die Kontinuität menschlichen Verhaltens aber gewährleistet eine gewisse Kalkulierbarkeit.

Was folgt daraus für Forextrader?

Die Technische Analyse ist für langfristig orientierte Investoren in etwa ebenso nützlich wie die Fundamentalanalyse. Kurz- und mittelfristig orientierten Tradern bietet sie aber viel mehr, weil sie sehr konkrete Handelsempfehlungen liefert. Die Technische Analyse funktioniert in jedem Markt (Forex, Aktien, Gold etc.) gleich und ist sehr viel einfacher zu erlernen als die fundamentale Analyse: Es bedarf keines Wirtschaftsstudiums und keiner Bankausbildung und auch keinen besonderen Kenntnissen in der Mathematik (die vier Grundrechenarten reichen völlig aus).

Wie wird die Technische Analyse eingesetzt?

Im Handelsalltag suchen technische Analysten nach Trends und Kursformationen, die eine große Prognosekraft bieten. Die Suche wird durch Analysetools unterstützt, die mittlerweile fast jeder Forex Broker seinen Kunden kostenlos zur Verfügung stellt. Gesucht wird nach stabilen Trends in die eine oder andere Richtung, nach Widerständen und Unterstützungen, Umkehr- und Fortsetzungsformationen. Ist eine aussichtsreiche Marktkonstellation gefunden, wird eine Position eröffnet – bei gleichzeitiger Absicherung des Risikos.

Glaskugel oder seriöser Ansatz?

Kritiker der Technischen Marktanalyse betrachten die gesamte Disziplin als „Kaffeesatzleserei“. Andere gestehen der TA immerhin den Status einer „sich selbst erfüllenden Prophezeiung“ zu. Unter Fachleuten ist allerdings unbestritten, dass der Einsatz technischer Analysemethoden in Kombination mit Risiko- und Moneymanagement (also einer soliden und vorsichtigen Planung des Tradings) durchaus Erfolg verspricht.

0 Shares
Click Here to Leave a Comment Below 0 comments